Ausschnitte aus unseren Konzerten
Das Vorspiel zu Richard Wagners Oper »Lohengrin« stand in der Herbstphase 2025 auf dem Programm. In ihm wird Klang zu Farbe: In einer bis dahin noch nie gehörten Instrumentation emanzipiert Wagner den Klang und macht ihn lange vor den Impressionisten zum entscheidenden Aspekt seiner Musik. Das Ganze dauert nur circa acht Minuten und ist doch eines der größten musikalischen Wunder, der »Gipfel der Romantik«, wie der Wagner-Enthusiast Thomas Mann sagte.
Von Zeitgenossen und der Nachwelt wurde er als »Gegenspieler« Wagners bezeichnet: Giuseppe Verdi. Die Ouvertüre zu seiner Oper »Die Macht des Schicksals« gehört zu den Werken, die auch als reines Konzertstück außerhalb der Opernhäuser ihre mitreißende Wirkung nie verfehlen. Das sjso spielte sie in der Frühjahrsphase 2025.
Pjotr Tschaikowsky war der große Zweifler unter den Komponisten. Selten war er mit sich zufrieden und immer ist seine Musik auch Ausdruck seiner eigenen tragischen Biographie. Gerade seine 5. Sinfonie - sie stand im Herbst 2024 auf dem Programm - ist ein emotionales Bekenntniswerk zwischen Überschwang und Verzweiflung. Aber auch ironische Heiterkeit hat darin ihren Platz, wie dem Walzer des dritten Satzes anzuhören ist.
Ihr letzter Satz ist ein Paradestück für jedes Orchester, insbesondere für die Blechbläser: Johannes Brahms' zweite Sinfonie sprüht nur so vor Lebensenergie und ist für Hörer wie auch für die Musikerinnen und Musiker immer ein besonderes Vergnügen. Sie stand in den Frühjahrskonzerten 2023 auf dem Programm.
Gustav Mahler lässt am Ende des Finales seiner gewaltigen ersten Sinfonie die Hörner sich von ihren Sitzen erheben. Ihr schmetternder Klang und der mitreißende Sog der letzten Takte reißt dann auch das Publikum regelmäßig von den Stühlen. Dieses »titanische« Werk stand im Herbst 2022 auf dem Programm.
Sie ist so etwas wie die amerikanische »Nationalsinfonie« - und stammt doch von einem Tschechen: Antonin Dvoraks 9. Sinfonie mit dem Beinamen »Aus der Neuen Welt«. Er schrieb sie, nachdem er zum Direktor des Musikkonservatoriums in New York ernannt worden war und von ihm erwartet wurde, eine amerikanische »Nationalmusik« zu schaffen. Und in der Tat ist sie seitdem der amerikanische »Soundtrack« schlechthin - klingt aber ganz böhmisch. Sie war in den Frühjahrskonzerten 2022 zu hören.